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Ford Granada (1972-1977)

Die Entwicklung dieser Limousine für den europäischen Markt begann bereits 1968. Nach Investitionen von 500 Millionen DM wurde der Ford Granada im März 1972 auf dem Genfer Auto-Salon der Öffentlichkeit präsentiert. Der Granada war nach dem Escort und dem Taunus TC das dritte Modell, das aus einer Kooperation der englischen und deutschen Entwicklungsabteilungen von Ford entstand. Obwohl der Granada recht wuchtig wirkte, war die Karosserie etwa um 10 cm kompakter als bei der Vorgängerbaureihe. Trotzdem war er je nach Modell mindestens 140 kg schwerer.
 
Das Fahrwerk war mit Doppel-Querlenkern vorne und Einzelradaufhängung an schraubengefederten Schräglenkern hinten nicht nur im Vergleich zu den Vorgängermodellen aufwendiger und deutlich moderner konstruiert, sondern erreichte auch das Niveau wesentlich teurerer zeitgenössischer Konkurrenzprodukte. Die bei den Mitbewerbern bereits lange vorhandene Sicherheitslenksäule fand im neuen Modell nun ebenfalls Verwendung.
 
Die V-Motoren wurden von den Vorgängermodellen übernommen; ergänzt durch einen 3,0-l-V-Motor englischen Ursprungs (der sogenannte „Essex“-Motor des Ford-Werkes in Dagenham, Grafschaft Essex). Nur der beim Consul eingebaute 2,0-l-Reihenmotor mit obenliegender Nockenwelle aus dem Ford Taunus TC war eine neuere Konstruktion.
 
Der Granada wurde auch als Kombi – „Turnier“ genannt – und als Coupé angeboten, wobei letztere Variante zunächst mit einem Hüftschwung als „Fastback-Limousine“ (oder umgangssprachlich „Hüftschwung-Coupé“) im Verkaufsprogramm geführt wurde und eine zweitürige Limousine überflüssig machen sollte. Nachdem diese Anfang 1973 zusätzlich ins Verkaufsprogramm aufgenommen worden war, erhielt die „Fastback-Limousine“ offiziell den Namen „Coupé“. Anfang 1974 wurde zudem der Hüftschwung des Coupés begradigt.
 
Im März 1975 wurden Consul und Granada zur Modellreihe Granada ’75 zusammengelegt, die fortan mit einem breiten Spektrum an Motoren und Ausstattungen das komplette Segment der oberen Mittelklasse bediente. Von der Basisausstattung bis zum Ghia wurden alle Versionen besser ausgestattet und ab Juli 1975 war für die Sechszylindermodelle eine Klimaanlage zum Aufpreis von 1528 DM erhältlich. Erkennbar waren die Modelle äußerlich am mattschwarzen Kühlergrill, schwarzlackierten Türfensterrahmen, geänderten Seitenzierleisten und schwarzen Gummistoßstangenhörnern. Zur Verbesserung der Übersicht wurden die Vordersitze erhöht und die Wagenfront um 12 mm abgesenkt.[2] Die bereits im Februar 1974 eingeführte Ausstattungslinie Ghia behielt ihren Chromzierrat bei und ist außerdem an einem anderen Kühlergrill erkennbar.
 
Der Ford Granada der ersten Serie war Teilelieferant für diverse andere Fahrzeughersteller. Der britische Sportwagenhersteller TVR beispielsweise verwendete einzelne Motorvarianten und die Türgriffe für den Tasmin, und die Frontscheinwerfer wurden sowohl am De Tomaso Longchamp als auch am Panther Rio installiert. Mitte 1977 brannte jedoch das zentrale europäische Ersatzteillager von Ford größtenteils ab, wodurch die heutige Ersatzteilversorgung sehr erschwert wurde.
 
Das britische Karosseriewerk Coleman Milne stellte zahlreiche verlängerte Fahrzeuge auf Basis des Ford Granada her; Grundlage waren alle werksseitig angebotenen Karosserieversionen einschließlich der Fließheck-Modelle.
 
Im Innenraum wurde für den Granada '75 vor allem das Kombiinstrument geändert, das nun alle Anzeigen hinter einer gemeinsamen großen Kunststoffscheibe vereinte und in der GL- und Ghia-Ausstattung weiterhin neben dem Tankinhalt und der Kühlmitteltemperatur zeittypische und heute unübliche Anzeigen für den Ladestrom in Form eines Ampèremeters sowie ein Öldruckmanometer besaß. Die Zeituhr war vom Platz in der Mitte über der Ablage für den Beifahrer in die Mittelkonsole verlegt worden und bei Ghia-Ausstattungen in Form einer Digitaluhr ausgeführt. Der Zigarettenanzünder wurde rechts neben den Aschenbecher in einen mit einer separaten Klappe zu verschließenden „Raucherbereich“ verlegt.
 
Im September 1977 wurde auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt ein erheblich überarbeiteter Granada '78 als Nachfolger vorgestellt.
 
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