Lancia Thema (2011-2014)

Der im März 2011 vorgestellte Lancia Thema war eine viertürige Limousine der oberen Mittelklasse. Das Fahrzeug wurde vom amerikanischen Automobilhersteller Chrysler hergestellt und in Europa als Lancia vermarktet. Er ist nahezu baugleich mit dem Chrysler 300 der zweiten Serie.
 
Er ersetzte auf dem kontinentaleuropäischen Markt sowohl den bisherigen Chrysler 300 als auch den Lancia Thesis, die eigenständige Modelle waren und nebeneinander angeboten wurden. Die Markteinführung erfolgte am 12. November 2011.
 
Im Oktober 2014 wurde die Produktion des Thema nach nur drei Jahren eingestellt. Gründe dafür sind die geringen Verkaufszahlen und der Rückzug der Marke Lancia von diversen europäischen Märkten.
 
Nachdem Lancias Mutterkonzern Fiat im Juni 2009 insgesamt 20 Prozent der Anteile an Chrysler übernommen hatte, entwickelte Fiats Vorstandsvorsitzender Sergio Marchionne ein Konzept zur Vereinheitlichung der Produktionslinien beider Unternehmen. Dazu gehörte die Entscheidung, die Marken Chrysler und Lancia zusammenzulegen. Seitdem arbeiten beide Marken zusammen und entwickeln ein gemeinsames Portfolio, das bisherige Entwicklungen berücksichtigt.
 
Der Vertrieb der gemeinsamen Fahrzeuge ist geografisch aufgeteilt: Chrysler übernimmt den Vertrieb in den englischsprachigen Ländern einschließlich Großbritanniens und Irlands, während die Modelle des Unternehmens in den restlichen Ländern, vor allem in Europa, unter der Marke Lancia vertrieben werden.
 
Zu Lancias Modellpalette gehören seitdem nicht nur die in Italien entwickelten und gebauten Kleinwagen wie der Ypsilon und Musa sowie der Kompaktwagen Delta, sondern auch erneut große Limousinen und Vans, die von Chrysler beigesteuert werden. Der Lancia Thema ist dementsprechend eine Europaversion des aktuellen Chrysler 300, der auf dem kontinentaleuropäischen Markt nicht mehr unter dieser Bezeichnung angeboten wird.
 
Marchionnes Konzept der Zusammenlegung von Lancia und Chrysler wurde in der Presse vielfach verrissen. Zahlreiche Berichte wiesen auf die sehr unterschiedlichen Traditionen beider Marken und die ebenso unterschiedlichen sozialen Milieus der bisherigen Käufer der beiden Marken hin, bis hin zur Bezeichnung als „Pizza mit Ketchup“. Die FAZ hingegen bezeichnet den Thema als „Geheimtipp für Genießer“ und lobt die „präsidiale Präsenz und würdevolle Arroganz“.
 
Die Scuderia Ferrari nutzte die Dieselversion des Thema als Dienstwagen, darunter auch Fernando Alonso.
 

 
 
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