Nissan Primera (1996-2002)

Die Baureihe P11 des Autoherstellers Nissan war das zweite Modell des Primera und zählt zur Mittelklasse. Bis zum ersten Facelift war neben der Limousine mit Stufen- oder Schrägheck kein Traveller (Kombi) erhältlich. Um diese Lücke zu schließen, wurde der Kombi der vorherigen Generation weiterhin verkauft. Der Primera P11 wurde in den USA als Infiniti G20 verkauft.

Die offizielle Einführung des Primera P11 war im September 1996 als Stufenheck und Schrägheck. Eine Kombiversion dieses Modells wurde bis zum ersten Facelift nicht gebaut, stattdessen stand weiterhin der W10 Traveller des Vorgängermodells zur Verfügung. Die Neuauflage des Primera war in sämtlichen Dimensionen gewachsen und bot im Innenraum mehr Platz. Auch konnte der P11 mit stark verbesserter Sicherheitsausstattung aufwarten. So waren Doppelairbags vorne, Gurtstraffer und ABS in jeder Version serienmäßig mit an Bord.
 
Das Fahrwerk wurde ebenfalls stark verbessert. Zwar stammte die Doppelquerlenker-Vorderachse noch aus dem Vorgängermodell Primera P10, doch wurde die Hinterachsaufhängung komplett geändert. Zum Einsatz kam die sogenannte Kompaktlenker-Hinterachse, bei der ein Scott-Russell-Gestänge verbaut ist. Diese wurde zwar bereits im Almera N15 und Maxima A32 eingesetzt, jedoch wurde die Kompaktlenker-Hinterachse im Primera P11 erstmals mit der Doppelquerlenker-Vorderachse kombiniert.[2] Das auf der Nürburgring Nordschleife abgestimmte Fahrwerk erntete gute Kritiken für sein Handling.
 
Das erste Facelift des P11 erfolgte bereits im September 1997 und der Primera wurde daraufhin intern als P11-120 bezeichnet. Es wurden einige technische und optische Änderungen vorgenommen sowie die Ausstattung der Varianten überarbeitet. Die 1,6- und 2,0l-Triebwerke bekamen eine Leistungssteigerung und die Sicherheitsausstattung wurde verbessert. Ab sofort erhielten alle 2,0-Modelle eine größere Bremsanlage an der Vorderachse mit 280 mm Durchmesser, wie zuvor auch im GT verbaut. Außerdem wurde eine elektronische Bremskraftverteilung (EBD) eingeführt und Seitenairbags wurden serienmäßig. Die überarbeitete Version unterscheidet sich optisch kaum vom Vorgänger und gibt sich hauptsächlich durch die Änderung der Rückleuchten zu erkennen, bei denen die Blinker nun in gelb anstatt in weiß sind.
 
Erstmals wurde mit dem Facelift ein Traveller auf der Basis des Primera P11 als WP11-120 eingeführt. Dieser löste die bis dato immer noch verkaufte Kombiversion der vorhergegangenen Generation des Primera ab und wurde wie die Limousine bei Nissan Motor Manufacturing (UK) in Sunderland gefertigt.
 
Dem P11 war nur in Europa mit der Version P11-144 ein umfangreicheres Facelift beschieden. Es erfolgte im September 1999 und ist im Unterschied zu den Vorgängermodellen sofort zu erkennen an einer geänderten Front, einem geänderten Heck und einer entsprechenden Seitenlinie (Schweller, Zierleisten usw.). Im Innenraum wurden neue Sitze und Instrumente verbaut und auch das Armaturenbrett blieb nicht unverändert.
 
Trotz starker Änderungen am Blechkleid der Limousine blieb deren Radstand und Fahrwerk unverändert, dennoch wuchs die Außenlänge der Karosserie um insgesamt 26 mm. Die Scheinwerfer und Rückleuchten waren in Klarglasoptik gehalten und an der Kofferraumklappe wurde zusätzlich eine elektrische Entriegelung angebracht.
 
Das Äußere des Traveller, der in dieser Version als WP11-144 bezeichnet wird, veränderte sich allerdings nicht so stark wie die Limousine. Die Grundform der Rohkarosserie blieb nahezu unverändert. An der Front wurde dem Kombi das neue Gesicht verpasst und die Seitenlinie erhielt eine Auffrischung durch neue Schweller und Zierleisten. Die Heckpartie wurde bis auf die Stoßstange unverändert vom vorigen Modell übernommen und somit blieb auch die Entriegelung der Kofferraumklappe mechanisch.
 
Zusätzlich wurde die Motorenpalette überarbeitet sowie einige technische Änderungen durchgeführt. Die Sicherheitsausstattung wurde um serienmäßige Kopfairbags ergänzt und eine geänderte Bremsanlage, die weiterhin über EBD verfügte, mit mechanischem Bremsassistent verbaut. Die Ausstattungsvarianten wurden mit serienmäßiger Klimaautomatik und Xenonlicht bei den 2,0-Modellen sowie auch beim 1,8 Elegance verfeinert.
 
Ende 2000 wurden am P11-144 noch einmal Änderungen durchgeführt, einige davon waren vom Konzernbruder Renault vorgeschriebene Einsparungsmaßnahmen. So wurden Dichtungen an der Motorhaube, der Heckklappe und den Scheinwerfern sowie doppelt vorhandene Dichtungen an den Türen entfernt. Eine erneute Änderung der Bremsanlage durch einen anderen Bremskraftverstärker und kleinere Bremsscheiben an der Hinterachse sowie der Wegfall der Sport-Ausstattung waren weitere Maßnahmen. Außerdem wurde der 1,6l-Motor überarbeitet. Die letzte Version der P11-Reihe ist daran zu erkennen, dass sich die Antenne nunmehr im vorderen Dachbereich befindet und ein verändertes Lenkrad verbaut wurde.
 
Im Juni 2002 wurde der Modellwechsel zum Nachfolger Primera P12 durchgeführt.
 

 
 
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