Volvo 140 (142 / 144 / 145) (1966-1974)

Der Volvo 140 war ein Mittelklassewagen des schwedischen Autoherstellers Volvo, der von August 1966 bis August 1974 produziert wurde. Es wurde in drei Karosserievarianten angeboten: als zwei- oder viertürige Limousine mit Stufenheck (P 142 bzw. P 144; schwed.: Personvagn) und als fünftüriger Kombi (P 145). Die zweite Ziffer gibt die Zylinderzahl des Motors, die letzte die Anzahl der Türen an.
 
Um den Importzoll zu vermeiden, wurden die für die EWG bestimmten Limousinen in Belgien aus CKD-Bausätzen in dem 1965 eröffneten Volvo-Werk im Genter Hafengebiet montiert. Die Kombis für den europäischen Markt kamen aus Schweden. Insgesamt wurden 412.986 zweitürige Wagen vom Typ 142, 523.808 Viertürer Volvo 144 und 268.317 Kombis Volvo 145 hergestellt.
 
Aus der Baureihe 140 wurde der Volvo 164 abgeleitet, der im August 1968 auf den Markt kam. Der 164 hatte hinter der A-Säule die gleiche Karosserie, die Front war verlängert und verändert (der Kühlergrill war schmaler und höher, es wurde eine andere Motorhaube verwendet, die Scheinwerfer waren in den Ecken der Kotflügel angeordnet) und bot Platz für einen Reihensechszylinder-Motor (Motorbezeichnung B 30). Der 164 hatte eine höherwertige Ausstattung und wurde nur als Viertürer angeboten. Er war Volvos erfolgreicher Versuch, mit einem kostengünstig entwickelten und produzierbaren Modell in der nächsthöheren Fahrzeugklasse Fuß zu fassen.
 
Die Baureihe 140 und der Volvo 164 wurden in Europa im Sommer 1974 durch den Volvo 240 bzw. den Volvo 264 ersetzt. Für den US-Markt wurde der 164 noch ein weiteres Jahr lang produziert, da dort zu jenem Zeitpunkt noch keine Typgenehmigung für den im 264 verwendeten neuen PRV-Motor vorlag.
 
Zwischenzeitlich dachte Volvo auch über eine zweitürige Version mit der Bezeichnung 162 nach, was jedoch wieder verworfen wurde, obwohl eine italienische Karosseriefirma bereits einen fahrtüchtigen Prototypen gefertigt hatte. Erst mit dem Volvo 262 C verwirklichte man die Idee eines „großen Coupés“ mit Sechszylindermotor, die später der Volvo 780 fortführte.
 
Nachfolger des Volvo 140 war die im Sommer 1974 eingeführte Modellreihe Volvo 240, die im Wesentlichen ein vorn verlängerter 140 mit MacPherson-Federbeinen statt Doppelquerlenkern an der Vorderachse, anderen Scheinwerfern und Rückleuchten war. Das technische Konzept blieb gleich.
 
 
 
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