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Fiat 130 (130) (1969-1977)

Der Fiat 130 ist ein Pkw-Modell der oberen Mittelklasse mit Sechszylinder-V-Motoren, das von Fiat zwischen Anfang 1969 und Ende 1977 hergestellt wurde. Es war der Nachfolger der Modellreihe 1800/2100/2300 mit Sechszylinder-Reihenmotoren.
 
Außer den serienmäßig gebauten viertürigen Limousinen und zweitürigen Coupés (zusammen knapp 19.500 Fahrzeuge) entstanden auch verschiedene Sonderaufbauten.
 
Im Frühjahr 1969 kam die Limousine auf den Markt. In der ersten Version diente ein V6-Motor mit 2,9 Litern Hubraum und anfangs 103 kW (140 PS), später mit 118 kW (160 PS) als Antriebsquelle. Mit einer um 6 mm vergrößerten Bohrung und damit 3,2 Liter Hubraum leistete er in der zweiten Serie ab Frühjahr 1971 sowie im Coupé 121 kW (165 PS). Den Motor hatte Aurelio Lampredi entworfen, es handelt sich dabei aber nicht um den Motor des Ferrari Dino, wie vielfach behauptet. Lampredi hatte unter anderem auch bei Ferrari gearbeitet.
 
Der Motorblock aus Grauguss hat einen Bankwinkel von sechzig Grad; die Zylinderköpfe sind aus einer Aluminiumlegierung und haben pro Zylinderbank eine, von einem Zahnriemen angetriebene, obenliegende Nockenwelle. Die Köpfe sind eine typische Lampredi-Konstruktion der damaligen Zeit und denen des Vierzylindermotors für den Fiat 128 sehr ähnlich. Sie sind zweiteilig ausgeführt, ein Gussteil trägt die keilförmigen Brennräume und die Gaskanäle, Ventilsitze und parallel hängenden Ventile, ein zweites trägt die Nockenwelle mit ihrer Lagerung. Das Ventilspiel wird durch oben in die Tassenstößel eingelegte Distanzplättchen eingestellt und folgt damit der für Fiat patentierten Lampredi-Entwicklung. Da die Ventile nicht in der Zylinderachse stehen, sondern schräg dazu und bei Sicht entlang der Motorlängsachse ins Innere des Zylinder-V hinein schräg, ergibt sich für die Auslasskanäle des Motors mit einem sehr kleinen Radius im Zylinderkopf eine ungünstige Gasführung. Dies führte dazu, dass dieser Motor nie durch hohe Leistungsabgabe glänzen konnte. Nicht einmal die Sportvariante im Abarth SE 030 für den Giro d’Italia, ein Wettbewerbsfahrzeug auf Basis des gleichzeitig entwickelten Lancia Montecarlo, kam mit 3,6 Litern Hubraum über 265 PS (195 kW) hinaus. Der zwar kultivierte, aber leistungsschwache und durstige V6 blieb die Achillesferse des Fiat 130.
 
Die Karosserie der Limousine wurde in Fiats eigenem Centro Stile entworfen; verantwortlicher Designer war dessen Leiter Mario Felice Boano.[1] Die Form war aus den Linien des kleinen Fiat 128 entwickelt; die Karosserie des 130 trug allerdings wesentlich mehr Chromschmuck. Boanos Entwurf war von Beginn an Gegenstand teilweise harter Kritik. Auch heute noch wird die Limousine als „stilistisch verfehlt“[2] oder „barock und schwülstig“[3] beschrieben. Sie war 4750 mm lang, 1803 mm breit, 1473 mm hoch und wog zwischen 1474 und 1615 kg.
 
Der 130 konnte auf Wunsch mit zahlreichen Extras ausgerüstet werden: Klimaanlage, elektrischen Fensterhebern, Sperrdifferential, Leichtmetallräder, Transistorzündung, Lederausstattung und Automatikgetriebe.
 
Allerdings fehlte es wohl zumindest in Deutschland an entsprechend vorbereiteten Händlern, die ein solch luxuriöses Modell anbieten und warten konnten, weshalb der 130 nicht sehr erfolgreich war. Daran änderte auch die technische Überarbeitung im Frühjahr 1971 (größerer 3,2-Liter-Motor mit 121 kW/165 PS) nichts.
 
Nach rund 15.000 produzierten Exemplaren wurde die Limousine zum Jahresende 1976 schließlich aus dem Angebot genommen.
 
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